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Donnerstag, 25. Februar 2016, 16:59

MS Hamburg Asien-Kreuzfahrt: Anreise, Tag in Phuket (Thailand) und Seetag

Moin moin,

Kinder wie die Zeit vergeht... nun sind schon wieder 4 Wochen rum. Da unser Sohn im September in die Schule kommt, haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt und sind 4 Wochen an Bord der Hamburg durch Asien gefahren, da wir ja wie immer Reiseberichte geschrieben haben, hier Teil 1:

*kreuzfahrtsmile*

Reisebericht Teil 1: Plantours Kreuzfahrten MS Hamburg Asien-Kreuzfahrt Tag 1-4
Tag 1: 25. Januar 2016 Flug von Hamburg nach Dubai mit Emirates

Für die Anreise zum internationalen Flughafen in Phuket nutzen wir zunächst den Abendflug mit Emirates von Hamburg nach Dubai, der bei Nieselregen und Temperaturen um 8 Grad Celsius pünktlich von der Startbahn abhebt. Die Flugzeit von Hamburg nach Dubai beträgt heute 5 ½ Stunden. Unsere negativen Erfahrungen hinsichtlich eines sehr schlechten Serviceangebots bei der Fluggesellschaft Emirates sollen sich auf diesem Flug nicht wiederholen, wenngleich die Singapur Airlines bei uns ihren Platz 1 in allen Belangen ungefährdet behält. Zu loben sind das umfangreiche Entertainment Angebot und das Essen auf diesem Flug mit Emirates.
Tag 2: 26. Januar 2016 Flug von Dubai nach Phuket mit Emirates

Unserer Landung um 05:30 Uhr Ortszeit in Dubai folgen eine endlos erscheinende Fahrt mit dem Flugzeug zur Parkposition sowie ein mindestens ebenso langer Bustransfer zum Terminalgebäude. Erst eine Stunde nach der Landung erreichen wir die Passkontrolle in Dubai. Da unser Weiterflug erst am Mittag sein wird, suchen wir eine der kostenpflichtigen Lounges am Flughafen auf, die Marhaba Lounge. Hier gibt es neben Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten eine recht reichhaltige und im Preis enthaltene Verköstigung. Für 2 Erwachsene liegt der Tagespreis aktuell bei umgerechnet 95,- EUR.

Um 12:45 Uhr starten wir die zweite Etappe der Anreise zur MS Hamburg, den Flug von Dubai nach Phuket – ebenfalls mit Emirates. Die Landung auf dem internationalen Flughafen von Phuket erfolgt 45 Minuten früher als vorgesehen, um 21:45 Uhr. Auf beiden Verbindungen setzt Emirates eine Boeing 777-300 ER ein, leider mit deutlichem Altersunterschied. Verfügte die erst 3 Jahre alte Maschine von Hamburg nach Dubai über die neueste Ausstattung und das aktuellste Entertainment-System, so müssen wir uns auf der Verbindung von Dubai nach Phuket mit deutlich kleineren, 10 Jahre alten Bildschirmen in den Vordersitzen und einer entsprechend betagten Technik begnügen. Die Einreise in Thailand ist in wenigen Minuten erledigt, unser Privattransfer zum kleinen aber sehr feinen Phuket Boat Quay Hotel wartet bereits vor dem Terminalgebäude auf uns.

Insgesamt legen wir von Hamburg bis Phuket eine Distanz von 10.043 Kilometern zurück.

Nach knapp einer Stunde Fahrtzeit erreichen wir das Hotel und schließen den heutigen Tag in diesem Reisebericht.
Tag 3: 27. Januar 2016 ein Tag in Phuket

Unser erster richtiger Tag dieser Reise beginnt mit einer wunderschönen Morgendämmerung am Pool des Phuket Boat Quay Hotel um 06:30 Uhr. Schon zu dieser Uhrzeit liegen die Temperaturen bei 25 Grad Celsius. Das kleine Hotel ist in jedem Fall eine Empfehlung und bietet einen recht hohen Komfort sowie ein sehr maritimes Ambiente. Für einen Strand- oder Badeaufenthalt ist das Hotel allerdings nicht zu empfehlen. Zwar überzeugt es durch eine direkte Lage am Meer, bei Ebbe zeigt sich jedoch nur ein Steinstrand und bei Hochwasser reicht der Wasserspiegel bis an die Hotelterrasse heran. Die recht geräumigen Zimmer sind modern eingerichtet, klimatisiert, mit einem modernen Bad sowie einem Flachbildfernseher ausgestattet.

Phuket Boat Quay Hotel 27.01.2016

Foto: Phuket Boat Quay Hotel 27.01.2016

Wir werden von der Hotelleitung mit dem PKW zum Tiefseehafen in Phuket gefahren, der nur fünf Autominuten entfernt liegt. An der Pier hat bereits gestern unsere MS Hamburg festgemacht, die für die kommenden Tage unser Zuhause sein wird. Allerdings gehen wir heute Morgen noch nicht an Bord, sondern deponieren nur unser Gepäck an der Gangway und starten mit dem Bus zu unserem ersten Ausflug in Richtung Phang Nga.

Etwa 1 ½ Stunden lang fahren wir in nördliche Richtung und durchqueren die Insel somit einmal komplett. Phuket ist mit dem Festland über die Sarasin-Brücke verbunden, von der aus sich ein interessanter Blick auf zauberhafte Strände und einige Fischerboote bietet. Nach der Brückenüberquerung fahren wir noch einmal 30 Minuten bis das erste Ziel des heutigen Ausflugs erreicht ist, den Wat Suwan Kuha Pempel in Phang Nga in der Phang Nga Provinz, welche nördlich von Phuket liegt.

Beim Suwan Kuha Tempel handelt es sich um einen spektakulären Höhlentempel, weshalb er auch Wat Tham genannt wird. Der Tempeleingang ist recht unscheinbar, sobald dieser durchschritten ist, eröffnet sich aber ein beeindruckender, buddhistischer Tempelkomplex der aus mehreren Kalksteinhöhlen besteht. Wie in allen Tempelanlagen sind auch hier zahlreiche Buddhafiguren zu finden, darunter ein über 200 Jahre alter und 15 m langer, liegender Buddha. Dieser Höhlentempel strahlt eine besondere Mystik aus und zählt zu den größten Meditationszentren Thailands.

Die größte Höhle („Tham Yai“), welche der Besucher zuerst betritt, ist ungefähr 40m lang und 20m breit. Am Ende der ersten Höhle erreicht man über eine Treppe die weiteren Kalksteinhöhlen, sowie einen großen, offenen Bereich durch den Licht hineinfällt. Ab hier geht es ohne festes Schuhwerk nur noch wenige Meter weiter, denn der Weg wird schnell zu einem rutschigen Pfad und endet irgendwo im hinteren, oberen Bereich des Höhlenkomplexes. Aus Zeitgründen treten wir den Rückweg zum Bus an, denn insgesamt bleiben uns nur 30 Minuten Zeit für eine Erkundung des Suwan Kuha Tempel. Vor dem Tempel soll sich eine größere Anzahl Makakenaffen befinden, die wir jedoch heute nicht sehen. Auf dem Gelände befinden sich weitere, interessante Bauten und kleinere Tempel, die wir uns aus Zeitgründen nicht weiter anschauen.

Wat Suwan Kuha Tempel in Phang Nga

Foto: Wat Suwan Kuha Tempel in Phang Nga

Nach weiteren 10 Minuten Fahrtzeit erreichen wir das eigentliche Ziel, den Höhepunkt unseres heutigen Ausflugs, den Eingang zum 401km² großen Naturschutzgebiet Phang Nga. Wir steigen um in ein kleines Holz-Motorboot, welches uns einen von landschaftlicher Schönheit geprägten Fjord entlang und an vielen bizarren Kalksteininseln vorbei durch den Nationalpark fährt. Phang Nga liegt auf der westlichen Seite der malaiischen Halbinsel und begeistert nicht nur durch einen fjordartigen Charakter sondern auch durch eine tropische Pflanzenwelt, Mangroven und malerische Strände. Der touristisch bedeutendste Strand ist Khao Lak, welcher durch den Tsunami am 26. Dezember 2004 sehr stark zerstört wurde.

Nach einer ca. 45-minütigen Bootsfahrt umrunden wir die Insel Khao Phing Kan, was soviel wie „schiefer Felsen“ bedeutet. Ursprünglich bestand die Insel aus einem einzigen Felsen, welcher in zwei Teile zerbrochen ist, dabei legte sich der größere Teil schräg auf die Seite. So erhielt die Insel ihren Namen. Khao Phing Kan erreicht eine Höhe von 300 Metern und ist von Höhlen und durchlöcherten Felsen durchzogen, die durch Wind, Wetter, Meeresströmungen und Erdverschiebungen in den letzten 100 Millionen Jahren geformt wurde. Nicht aber die Naturschönheiten haben die Insel berühmt gemacht und sie zu einem überlaufenen Touristenziel werden lassen, sondern durch der Khao Ta-Pu.

James Bond Felsen Insel Khao Phing Kan, Thailand, 27.01.2016

Foto: James Bond Felsen Insel Khao Phing Kan, Thailand, 27.01.2016

Der Khao Ta-Pu („Nagelfelsen“) ist der Insel vorgelagert und wurde im Jahr 1974 zur Filmkulisse im James Bond Streifen „Der Mann mit dem goldenen Kolt“, als Roger Moore als Geheimagent ihrer Majestät vor der beeindruckenden Kulisse der Insel landete. Seither trägt die Insel auch den Namen „James Bond Insel“, welcher sie weltweit bekannt machte.

Nach Umrundung der James Bond Insel treten wir die Rückfahrt an, legen noch einen kurzen Stopp im kleinen Fischerdorf Koh Panyee ein. Dieses kleine, sehr malerische Dorf wurde komplett auf Holzpfählen errichtet und wird daher auch Sea Gypsy Village oder Floating Village genannt. Das kleine Dorf ist mindestens so von Touristen überlaufen wie die James Bond Insel, welche wir aus Zeitgründen leider nicht betreten konnten.

Koh Panyee Village, Thailand, 27.01.2016

Foto: Koh Panyee Village, Thailand, 27.01.2016

In Koh Panyee leben ca. 200 Familien, die Kinder gehen hier in eine eigene Schule, die Kohpanyee School. Unterrichtet wird in kleinen Klassen, nach Jungen und Mädchen getrennt. In der Mittagspause schlafen die Kinder in ihren Klassenräumen oder in separaten Schlafräumen, werden dabei von den Lehrern betreut.

Kohpanyee School Thailand 27.01.2016

Foto: Kohpanyee School Thailand 27.01.2016

Koh Panyee ist im Laufe der letzten Jahrzehnte deutlich gewachsen, weshalb das kleine Dorf eigentlich aus mehreren Teilen besteht, die nur an bestimmten Verbindungsstellen überquert werden können. Die Bewohner der Insel leben vom Fischfang und vom Tourismus, denn täglich halten hier unzählige Ausflugsboote zum Mittagessen. Da die Inselbewohner muslimisch sind, ist kein Alkohol zu bekommen, dafür aber jede Menge Kunsthandwerk und anderer Kleinkram für Touristen.

Nach ca. 20 Minuten ist unser Kurzbesuch in Koh Panyee auch schon wieder beendet, wir setzen die Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Bootsfahrt fort, erreichen ihn nach 30 Minuten und besuchen ein unmittelbar nebenan gelegenes Hotel für ein thailändisches Mittagessen. Aus persönlicher Sicht hätten wir uns lieber die James Bond Insel angesehen und auf das Mittagessen verzichtet. Das ist aber ein allgemeines „Problem“ von organisierten Landausflügen, denn welch ein Drama wäre es für einige Gäste, wenn sie auf ihr Mittagessen verzichten müssten – abgesehen von gesundheitlichen Gründen. Da an diesem Ausflug auch Gäste teilnehmen, welche am Nachmittag die Rückreise in Richtung Deutschland beginnen, ist es nicht möglich an weiteren, interessanten Tempelanlagen unterwegs zu halten. Nach dem Mittagessen wird unmittelbar der Rückweg in Richtung MS Hamburg angetreten. Dort kommen wir um 16:00 Uhr an. Für uns ist nun der Zeitpunkt der Einschiffung gekommen. Lohnenswert war der Ausflug nach Phang Nga dennoch, denn so haben wir einen kleinen Einblick in die Schönheiten dieser Region bekommen. Die Region eignet sich definitiv für einen längeren Aufenthalt.

Neben vielen, uns bekannten Crewmitgliedern, treffen wir im Laufe des Abends auch zahlreiche Reisegäste an Bord wieder, die wir auf vergangenen Kreuzfahrten mit der Hamburg kennengelernt haben.

Pünktlich um 22:00 Uhr heißt es „Leinen los“ zur großen Südostasien Kreuzfahrt. Wir nehmen Kurs auf Port Kelang, Malaysia.

Distanz nach Port Kelang, Malaysia: 635 Kilometer
Tag 4: 28. Januar 2016 ein Tag auf See

So ein Tag auf See an Bord der MS Hamburg lässt sich nach Belieben gestalten. Die meisten Reisegäste nutzen den Vormittag, um sich von der langen Anreise zu erholen.

Hier einige Höhepunkte des heutigen Tagesprogramms:

10:00 Uhr: Kreuzfahrtdirektor Peter Schulze Isfort heißt alle Gäste in der Lounge Willkommen und gibt Informationen zur bevorstehenden Kreuzfahrt.
10:30 Uhr: Vorstellung der Landausflüge dieser Kreuzfahrt
12:00 Uhr: Großes, exotisches Früchtebuffet am Pool. Neben zahlreichen, bekannten Früchten werden hier auch Rosenapfel, Schlangenfrucht, Drachenfrucht und Drachenauge wunderschön angerichtet, dem europäischen Gaumen präsentiert. Die exotischen Früchte wurden gestern in Phuket auf dem Markt frisch eingekauft und sind dementsprechend unter der Sonne gereift. Nach kurzer Zeit sind die köstlichen Raritäten auch schon von den Gästen verspeist. Bereits auf einer unserer vorangegangenen Kreuzfahrten mit der MS Hamburg sind wir bei ähnlichen Früchtebuffets zu dem Entschluss gekommen, dass die in Nordeuropa angebotenen Gewächshausfrüchte nicht annähernd an den Geschmack solcher unter der Sonne gereiften Exemplare heranreichen. Hat zum Beispiel das Fruchtfleisch einer Mango aus einem Supermarkt in Deutschland eher eine gelbliche Farbe, so ist es hier dunkel Orange bis Rot. Der Geschmack? Sensationell!

MS Hamburg Früchtebuffet 28.01.2016

Foto: MS Hamburg Früchtebuffet 28.01.2016

16:30 Uhr: Vortrag über Kuala Lumpur in Malaysia
18:00 Uhr: Begrüßungscocktail mit Kapitän Vladimir Vorobyov.
19:00 Uhr: Gala-Abendessen
21:30 Uhr: Die Künstler dieser Kreuzfahrt stellen sich in der Lounge vor

Wir kreuzen heute mit der MS Hamburg in der Straße von Malakka, die mit täglich etwa 2.000 Schiffsdurchfahrten zu den meist befahrenen Wasserstraßen der Welt zählt. Zwischen 20 und 25 % des von der Seeschifffahrt beförderten Welthandelsumfangs passiert diese Meeresstraße. Die Straße von Malakka hat eine Breite von 50 bis 300 Kilometern, ist an der seichtesten Stelle nur 25m tief und liegt zwischen der Malaiischen Halbinsel und der Nordküste von Sumatra. Sie verbindet die Andamanensee mit der Straße von Singapur, dem Südchinesischen Meer und der Karimata-Straße.

Damit schließen wir Teil 1 unserer Reisebericht-Serie der Südostasien-Kreuzfahrt mit der Hamburg.
.o)=

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Optimist (25.02.2016), AntjeG (25.02.2016)

2

Donnerstag, 25. Februar 2016, 17:11

Wow!

Ich will auch mal 4 Wochen aufs Schiff :rosabrille:

LG Babs
Was ich gesagt habe, weiß ich erst, wenn ich die Antwort kenne! :zwinker3:

3

Donnerstag, 25. Februar 2016, 19:09

.o)=
Aber, fehlen da nicht noch über 20 Teile?! :kopfkratz: ;o)))
Liebe Grüße
Britta


AntjeG

Erleuchteter

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Wohnort: im schönen Norden

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4

Donnerstag, 25. Februar 2016, 19:28

:roflmao: Britta, nu lass doch Deutzi mal erstmal wieder ankommen! Deutzi arbeitet zwar auch im Urlaub .o)= .o)= .o)= (ich hab während ihrer Reise bei ihr gebucht) aber sie hat schließlich selbstständig ein Reisebüro, und selbstständig heißt übersetzt "selbst" und "ständig". Ich kann mir vorstellen, dass da seeeehr viel Arbeit wartet (und die Erholung evtl. schon wieder futsch ist :autsch: ).

Wobei ich mich ja auch auf die anderen rund 20 Teile freue - eins nach dem anderen, dann haben wir hier noch 3 Wochen jeden Tag was zu lesen, ist doch auch schön :sgenau:
bisher: Skandinavien (1x Hurtigruten, 3x AIDA) / Kanaren (3x AIDA, 2x Mein Schiff) / WMM (AIDA) / ÖMM (Mein Schiff) / Nordamerika (AIDA) / Nordeuropa Metropolen (AIDA)
Australien & Neuseeland (Celebrity) www.antjeinaustralienundneuseeland.blogspot.de / Norwegian Escape HH-Southampton 2015
bald: AIDAsol Westeuropa 2016 / Mein Schiff 2 Kanaren 2017 / Celebrity Equinox WMM 2017 / Mein Schiff 4 Kanaren 2018

5

Donnerstag, 25. Februar 2016, 19:51

:roflmao: Ok, ich übe mich in meiner liebsten Disziplin: Geduld! 21, 22, 23... :rosabrille:

Ok, Deutzi, ich schaue morgen wieder vorbei. Danke schonmal für den Anfang. :imsohappy:
Liebe Grüße
Britta

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Britta« (25. Februar 2016, 20:15)


6

Donnerstag, 25. Februar 2016, 19:53

Danke für den 1. Teil. Freue mich auf die Folgenden. .o)=

7

Donnerstag, 25. Februar 2016, 21:07

ui dann kann ich hier ja nochmal stöbern

habe euch ja schon bei fb verfolgt ;-)


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Liebe Grüße
Melanie

8

Freitag, 26. Februar 2016, 12:58

Teil 2

Es wird am Ende "nur" 9 Teile geben! SORRY! :-)
Da ich diese immer von unserer Homepage hier hinein kopiere, ist es immer mit Zeitaufwand verbunden, daher nur Stück für Stück.
*kreuzfahrtsmile*

Tag 5: 29. Januar 2016 Port Kelang, Kuala Lumpur, Malaysia

Noch vor Sonnenaufgang nähert sich die MS Hamburg ihrem Liegeplatz im Hafen von Port Kelang in Malaysia, um 06:00 Uhr sind die Leinen fest. Wir nutzen den Plantours-Bustransfer um 08:30 Uhr vom Hafenterminal aus nach Kuala Lumpur, erwischen leider den morgendlichen Berufsverkehr und folglich dauert die Fahrt nicht wie vorgesehen 1,5 sondern 2 Stunden. Dann können wir endlich den ersten Blick auf die markanten Zwillingstürme, die Petronas Towers, in der Millionenmetropole Kuala Lumpur erhaschen. Die Türme hat man zwar schon in diversen Medien gesehen, in der Realität sehen sie jedoch noch deutlich beeindruckender aus. Kuala Lumpur bedeckt eine Fläche von 243 km², beherbergt 1,6 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt Malaysias. Kuala Lumpur bedeutet übersetzt „schlammige Flussmündung“. In der Metropole Kuala Lumpur sind eine große Anzahl von Kulturen und Religionen vertreten, daher ist das Stadtbild sehr abwechslungsreich. Man sieht Moscheen, Kirchen, chinesische Pagoden und indische Tempel. Ach ja, die Hochhäuser hätten wir fast vergessen zu erwähnen, davon gibt es hier unzählige. Kuala Lumpur ist eine quick lebendige und pulsierende Stadt mit einem ganz einzigartigen Flair. Das Klima in Kuala Lumpur zeigt sich dem Besucher ganzjährig tropisch, die Temperaturen pendeln zwischen 23°C in der Nacht und 33°C tagsüber bei einer Luftfeuchtigkeit von 70-80%. Für Besucher aus gemäßigten Klimazonen sind das außergewöhnliche Bedingungen für einen Großstadtbesuch.

MS Hamburg in Port Kelang, 29.01.2016

Foto: MS Hamburg in Port Kelang, 29.01.2016

Wir erreichen um 10:30 Uhr die Petronas Towers, welche wir heute im Rahmen einer privaten Führung besuchen werden und den offiziellen Fotostopp für einen Ausstieg nutzen. Die Petronas Towers haben ihren Namen vom Mineralölkonzern Petronas erhalten und zählen mit einer Höhe von 452m zu den höchsten Gebäuden der Welt. Die feierliche Eröffnung der Twin Towers fand am 31. August 1999 nach sechsjähriger Bauzeit statt. Von der Fertigstellung bis zur Eröffnung des 508m hohen Taipei 101 Tower in Taipeh (Taiwan) galten die Petronas Towers mit ihrer markanten Verbindungsbrücke in vielen Ranglisten wegen ihrer strukturellen Höhe als die höchsten Gebäude der Welt. Diese Klassifizierung ist umstritten, denn das höchste Stockwerk befindet sich nur 375 Meter hoch und die Dachhöhe beträgt 378 Meter, die restlichen Höhenmeter haben die Türme ihren Turmspitzen zu verdanken. Erbaut wurden die beiden Zwillingstürme vom Architekten Cesar Antonio Pelli. Nach aktuellem Stand belegen die Petronas Towers den achten Rang in der Liste der höchsten Gebäude der Welt. Welchen Rang sie nun auch immer belegen, sie gehören durch ihre Form und die auffällige Skybridge in der Mitte zu den faszinierendsten Bauten weltweit.

Eingangsbereich zu den Petronas Towers, 29.01.2015

Foto: Eingangsbereich zu den Petronas Towers, 29.01.2015

Nach Abholung der bereits reservierten Tickets am örtlichen Ticketschalter überbrücken wir eine Wartezeit von 20 Minuten bis zum vereinbarten Zeitpunkt unseres Treffens, in dem wir einen Abstecher in den benachbarten Kuala Lumpur City Centre Park machen. Der Kuala Lumpur City Centre Park umfasst eine Fläche von 20 Hektar und stellt eine Oase der Ruhe für geplagte Städter und Touristen dar. Der ansprechend angelegte Park wurde vom brasilianischen Architekten Roberto Burle entworfen und beherbergt mehr als 1.900 einheimische Bäume sowie über 66 Palmen. Zahlreiche Plätze, Bänke und Wiesen laden zum Verweilen ein. Für Unterhaltung sorgen Spielplätze, ein Kinderpool, die „Lake Symphony Fountains“ und eine 43 Meter hohe Brücke, von der aus sich ein wunderbarer Ausblick auf die Petronas Twin Towers bietet. Derzeit wird in der Parkanlage relativ viel gebaut und umgestaltet, was die Idylle in einigen Parkbereichen etwas trübt.

Petronas Towers und Kuala Lumpur City Centre, 29.01.2016

Foto: Petronas Towers und Kuala Lumpur City Centre, 29.01.2016

Um 11:15 Uhr beginnen wir schließlich unsere Turmführung mit der Auffahrt im Expressfahrstuhl auf die 42. Etage zur Skybridge, welche die Zwillingstürme auf der 41. und 42. Etage in einer Höhe von 170m miteinander verbindet. Nachdem wir die 58,4 m lange Skybridge einmal selbst erkundet und den Weg zum Nachbargebäude angetreten haben, begeben wir uns zu einem anderen Fahrstuhl, welcher und in die 86. Etage auf die Besucherplattform und zum Visitor Center bringt. Die Aussicht von den Petronas Towers ist überwältigend und bietet aus einer Höhe von 370 Metern einen phantastischen Überblick über den gesamten Stadtbereich sowie das Dickicht an Straßen und Parks. 33.000 Stahlstreben ummanteln die Außenfassade jedes Turmes und tragen zudem 55.000 Glaspaneele.

Von der Aussichtsplattform der Petronas Towers aus schaut der benachbarte, 276m hohe KL Tower (ein Funkturm mit Aussichtsterrasse) beinahe bescheiden aus.

Wir verlassen das interessante und mit vielen Informationen über die Stadt und zu den Türmen ausgestattete Visitor Center der Petronas Towers um 12:00 Uhr. Es verbleiben noch zwei Stunden, die wir für einen weiteren Besuch im KL City Centre Park nutzen. Dort genießen wir die prachtvollen, tropischen Grünanlagen. Die letzte Station unseres heutigen Aufenthalts in Kuala Lumpur ist ein benachbartes Hoteldach bzw. die Dachterrasse mit Swimmingpool von dem aus sich ein grandioser Blick auf die Petronas Tower, den KL City Centre Park und die Skyline von Kuala Lumpur bietet. Kuala Lumpur bietet selbstverständlich eine Vielzahl weiterer Sehenswürdigkeiten, die sich an einem Tag aber nicht erkunden lassen. Unser Eindruck von Kuala Lumpur ist dennoch sehr positiv.

Petronas Towers und Kuala Lumpur City Centre Park, 29.01.2016

Foto: Petronas Towers und Kuala Lumpur City Centre Park, 29.01.2016

Dass die Stadt sich auch wunderbar für einen Shoppingbesuch eignet, wird am riesigen Pavillon-Shopping Center deutlich, in dem alle namhaften, internationalen Mode- und Elektronikketten sowie auch eine Vielzahl an Restaurants mit einer Filiale vertreten sind.

Um 14:00 Uhr treten wir vom Pavillon-Shopping-Center aus die Busrückfahrt in Richtung Port Kelang an, der sich an der Mündung des Flusses Klang befindet und daher auch den Namen Port Klang trägt. Der Hafen ist einer der bedeutendsten in Malaysia. Die Rückfahrt dauert insgesamt nur etwas über eine Stunde, da sich der dichte Verkehr nun gelichtet hat.

Um 16:00 Uhr heißt es „Leinen los“ in Richtung Singapur. Es liegt eine Distanz von 407 Kilometern vor uns.

Die Abfahrt genießen wir bei tropisch heißen 32 Grad und einer Pina Colada in der Kokosnuss.


Tag 6: 30. Januar 2016 Singapur, Singapur

Um 06:00 Uhr in der Früh gleitet die Hamburg vorbei an den unzähligen, auf Reede liegenden Frachtschiffen vor Singapur in Richtung SSC Cruise Center Singapur, direkt vor der Sentosa Hafenfront. Kurz zuvor passieren wir Bukom Island, auf der Brücke gibt der Lotse unserem Kapitän Vorobyov nautische Anweisungen und die MS Hamburg macht pünktlich um 09:00 Uhr am modernen Cruise Center, unterhalb der Seilbahn die nach Sentosa Island führt, fest. Wenig später sind die ersten kritischen Stimmen auf der Brücke zu vernehmen, denn es wird bezweifelt, dass die Passagierbrücke des Terminals in selbiger Höhe zur Bordtür der MS Hamburg positioniert ist. Diese Zweifel sollen sich schnell bewahrheiten, eine Verbindung kann nicht hergestellt werden. Der ortskundige Lotse schaut irritiert, berät sich mit Kapitän Vorobyov, der dieses Problem schon vorher kommen sah. Die Lösung ist recht einfach, die MS Hamburg zieht 5 Meter zurück. Der Zeitaufwand für das komplette Manöver ist jedoch immens, so wird das Schiff erst um 10:15 Uhr für alle Passagiere freigegeben.

Recht schnell fällt aber eine Entscheidung: Die Auslaufzeit der MS Hamburg wird von ursprünglich 20:00 Uhr auf 21:00 Uhr verschoben. Damit ist diese kleine Verspätung wieder ausgeglichen, zur Freude aller Passagiere.

MS Hamburg Ankunft in Singapur, 30.01.2016

Foto: MS Hamburg Ankunft in Singapur, 30.01.2016

Singapur ist ein Stadtstaat in Südostasien und wurde im Jahr 1819 von Sir Thomas Stamford Raffles als Handelsposten der East India Company errichtet. Bis 1959 war Singapur britische Kolonie, vereinigte sich 1963 mit Malaysia, zog sich aber zwei Jahre danach wieder aus diesem Verbund zurück und wurde unabhängige Republik. Heute zählt Singapur zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten und modernsten Länder der Welt. Der Hafen spielt ebenfalls in der Oberliga der weltweit bedeutendsten Häfen mit. Der Lebensstandard ist im Vergleich zu anderen Regionen in Südostasien sehr hoch. Besonders beeindruckend ist die niedrige Kriminalitätsrate, die unter 2% liegt. Vor einigen Jahren haben wir Singapur bereits einmal im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht und konnten uns von den Schönheiten und der mitreißenden Fröhlichkeit der Bewohner dieser Metropole überzeugen. Insgesamt leben in Singapur 4,35 Mio. Menschen auf einer Fläche von derzeit 693 km². Zu den Amtssprachen zählen Englisch, Chinesisch, Malaiisch und Tamil.

Auf unserem Programm steht heute Vormittag ein Besuch im Marina Bay Sands Hotel. Da auch wir nun recht spät dran sind und um 10:30 Uhr im Hotel einer Einladung folgen wollen, nehmen wir uns vom Kreuzfahrtterminal aus ein Taxi. Das Terminal ist sehr modern, alles ist bestens ausgeschildert. Dem Cruise Terminal schließen sich ein großes Einkaufszentrum und einige Fährterminals an. Insgesamt ist der gesamte Komplex sehr einladend und übersichtlich gestaltet.

Die 15-minütige Taxifahrt kostet uns knapp 8,- Singapur Dollar (SGD), ein Euro entspricht etwa 1,55 SGD.

Wir schauen uns im Rahmen einer persönlichen Führung sowohl einige Zimmer (Deluxe Room) und Suiten (Chairman Suite) des Hotels an, die zum Tagespreis zwischen 1.500,- und 16.999 zu bewohnen sind, als auch den berühmten „Infinity Pool“ auf dem Dach der drei Hoteltower.

Das Marina Bay Sands Hotel wurde von Las Vegas Sands erbaut und am 15. Februar 2011 eröffnet, insgesamt verfügt das Hotel in allen drei Towern über 2.561 Zimmer sowie über sechs Restaurants, ein Museum, ein Theater, eine Eislaufbahn, ein Einkaufszentrum, ein Spielkasino, Bars, Nachtclubs und einen großen Dachgarten mit Schwimmbad.

Lobby Marina Bay Sands Hotel Singapur 30.01.2016

Foto: Lobby Marina Bay Sands Hotel Singapur 30.01.2016

Die drei Hoteltürme sind jeweils 55-Stockwerke hoch und tragen auf einer Höhe von 191m einen 340m langen Dachgarten. Das Hotel gilt als teuerste, alleinstehende Kasinoanlage der Welt. Rechnet man die Grundstückskosten hinzu, so spricht man über Baukosten in einer Höhe von acht Milliarden SGD, was rund 4,6 Milliarden Euro entspricht! Das Casino beherbergt 2.500 Einarmige Banditen und 600 Spieltische, das Konferenzzentrum ist beeindruckende 120.000 Quadratmeter groß. Zum Hotelkomplex gehört das markante, einer Lotusblüte nachempfundene, Art-Science-Museum, welches sich neben dem Hotel befindet.

Entworfen wurde das Hotel vom Architekten Mosche Safdie, der Stapel von Spielkarten als Vorlage verwendete und seiner Kreativität völlig freien Lauf lies. Die Architektur und wesentliche Gestaltungsmerkmale wurden von diversen Feng-Shui-Meistern abgesegnet.

Dachterrasse Marina Bay Sands Hotel Singapur, 30.01.2016

Foto: Dachterrasse Marina Bay Sands Hotel Singapur, 30.01.2016

Das eigentliche Highlight des Komplexes ist die in ihrer Art weltweit einzigartige Dachterrasse! Auf dieser befindet sich der weltweit größte und höchstgelegene Außenpool mit einer Länge von 146 Metern – der „Infinity Pool“. Insgesamt besteht dieser, fast bis an den Abgrund reichende Pool, aus drei verbundenen Becken in denen sich 1.424 Kubikmeter Wasser befinden. Auf der Dachterrasse finden bis zu 3.900 Hotelgäste Platz, sie bietet darüber hinaus allen Besuchern einen atemberaubenden, 360-Grad-Panoramablick über Singapur. Da sowohl der Pool als auch die Dachterrasse bei unserem heutigen Besuch sehr gut besucht sind, hat es uns die Hotelführung nicht erlaubt, diese Bilder mit allen Personen zu veröffentlichen. Eine Entscheidung, die wir selbstverständlich respektieren.

Dachterrasse, Sky Park und Infinity Pool Marina Bay Sands Hotel, Singapur 30.01.2016

Foto: Dachterrasse, Sky Park und Infinity Pool Marina Bay Sands Hotel, Singapur 30.01.2016

Um die durch Wind verursachten Bewegungen der Türme auszugleichen, wurden vier Bewegungsfugen zwischen den drei Pools mit bis zu 500 Millimeter Breite eingearbeitet, eine architektonische Herausforderung. Außerdem sollen Hebestützen unter jedem Pool eine mögliche, unterschiedliche Setzung und Bewegung der Türme ausgleichen und den Pool in jeder Situation waagerecht bzw. bewegungsfrei halten. Neben diesem Pool gibt es hier oben einen großen Garten mit echten Palmen, eine Lounge für Hotelgäste, eine Skybar und weitere Annehmlichkeiten, die sich an die Hotelgäste richten. Für die Öffentlichkeit ist der gesamte Komplex kaum zugänglich. Es ist zwar möglich, in den 56 Stock zu fahren, von dort ist die Sicht allerdings sehr eingeschränkt und nur durch Glasscheiben an einigen Stellen möglich. Auch von einer anderen, kostenpflichtigen Terrasse ist kein 360° Rundblick möglich.

Blick von Dachterrasse Marina Bay Sands Hotel über Singapur, 30.01.2016

Foto: Blick von Dachterrasse Marina Bay Sands Hotel über Singapur, 30.01.2016

Die zweifelsfrei spektakulärste Aussicht bietet sich von der frei schwebenden Dachterrasse, die auf mehreren Ebenen angelegt ist und das Gefühl vermittelt, in der Luft zu fliegen. Wir sind überrascht, dass ein Großteil der Terrasse nicht verglast und somit eine ungetrübte Sicht möglich ist. Von der Dachterrasse aus ist auch die Formel-1-Rennstrecke, der Marina Bay Street Circuit, sowie die benachbarten Gardens by the Bay hervorragend zu überblicken. Die Gardens by the Bay schauen wir uns nun als nächsten Programmpunkt an. Diese haben wir bei unserem damaligen Besuch ebenfalls noch nicht aus der Nähe gesehen.

Das Marina Bay Sands Hotel könnte prinzipiell das Wahrzeichen der Stadt sein, denn im Vergleich zu anderen Großstädten fehlt es Singapur an einem solchen. Offiziell stellt dieses Wahrzeichen der Merlion dar, dabei handelt es sich jedoch nicht um ein markantes Gebäude sondern um eine Art Wasserfontäne, die wir später noch besuchen werden.

Wir verlassen nun das Marina Bay Sands Hotel, überqueren eine lange Hochbrücke, welche durch das Hotel hindurch über die Sheares Avenue hinweg direkt zu den Gardens by the Bay führt.

Die Gardens by the Bay sind Teil einer Strategie der Regierung von Singapur, welche die Gartenstadt in eine Stadt im Garten umwandeln möchte, damit die Lebensqualität der Einwohner weiter verbessert werden kann. Diese Parklandschaft entlang des Meeres ist ein Erholungsgebiet für die Stadtbevölkerung und zugleich ein Touristenmagnet. Blickfang sind die Super Trees, die uns etwas an die Filmkulisse aus James Cameron´s Science-Fiction-Film Avatar – Aufbruch nach Pandora erinnern. Bei den Super Trees handelt es sich um Stahlgerüste in Form von Bäumen, die langsam von seltenen Schlingpflanzen bewachsen werden und in absehbarer Zeit völlig überrankt und grün ausschauen. Die Super Trees haben eine Höhe zwischen 25 und 50 Metern. Mittels Photovoltaik wird mit ihnen auch Elektrizität für die Beleuchtung und Kühlsysteme der benachbarten Glashäuser selbiger Anlage gewonnen. Zwei der Super Trees werden in luftiger Höhe mit einem Skyway verbunden (Preis 5,- EUR p.P.). Nachts werden die Bäume spektakulär beleuchtet.

Super Trees mit Skyway im Gardens by the Bay Singapur, 30.01.2016

Foto: Super Trees mit Skyway im Gardens by the Bay Singapur, 30.01.2016

Die Gardens by the Bay unterteilen sich in verschiedene Themengärten wie den Indian Garden, den Chinese Garden, Colonial Garden, die World of Palms und andere mehr.

Wir kehren mit vielen, neuen Eindrücken im Kopf zurück zur MS Hamburg. Zum Mittagessen werden auf der MS Hamburg heute Spezialitäten aus Singapur angeboten.

Am Nachmittag starten wir zu einem offiziellen Ausflug zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten, die wir bei unserem damaligen Besuch in Singapur noch nicht erkundet haben.

Der erste Halt ist im ethnischen Viertel Little India an der Serangoon Road. Im Vergleich zum chinesischen oder arabischen Teil der Stadt hält sich die Anzahl an Touristen im indischen Teil sehr in Grenzen. Das mag vielleicht daran liegen, dass man hier keine kulturell bedeutenden Prachtbauten finden wird sondern der Reiz im Detail versteckt liegt. Um genau diese Reize zu entdecken, benötigt man eine Menge Zeit. Die fehlt uns natürlich. Wir laufen ca. 30 Minuten lang zu Fuß durch die Straßen und Gassen, durchstöbern dabei kleine Geschäfte mit Schmuck, Blumen, Elektronik und Gewürzen. Henna-Studios gibt es hier mindestens so viele wie Blumenläden und alle sind überfüllt mit wartender Kundschaft, die sich eines dieser farbigen Kunstwerke auf die Haut malen lassen möchte. Überall in Little India liegt ein markanter, würziger Geruch von Räucherkerzen und fremdartigen Gewürzen in der Luft.

Henna Tatoo in Little India, Singapur, 30.01.2016

Foto: Henna Tatoo in Little India, Singapur, 30.01.2016

Wir wechseln den Stadtteil und besuchen das arabische Viertel. Wie zu erwarten, prägen Dönerbuden und eine Vielzahl an Restaurants mit türkischen- sowie arabischen Spezialitäten das Bild dieses Stadtviertels. Im Vergleich mit dem indischen Viertel, entdecken wir hier zwei markante Unterschiede. Erstmal sind deutlich mehr Touristen unterwegs und zweitens fällt direkt die Masjid Sultan Moschee zwischen der Muscat Street und der North Bridge Road ins Auge. Diese Moschee wurde im Jahr 1928 eröffnet und gilt als eine der wichtigsten Moscheen Singapurs. Am 14. März 1975 wurde die Sultan-Moschee zum Nationalen Monument Singapurs erklärt.

Masjid Sultan Moschee und arabisches Viertel in Singapur, 30.01.2016

Foto: Masjid Sultan Moschee und arabisches Viertel in Singapur, 30.01.2016

Am Ende des arabischen Viertels warten nun die sogenannten Trishaws auf uns. Diese Fahrräder mit Beifahrerkorb für maximal 2 Personen sind nicht zu verwechseln mit Rikschas oder Trikes. Mit diesen interessanten, von einer Person mit Muskelkraft angetriebenen Gefährten, düsen wir nun ca. 30 Minuten lang durch Singapur bis zum Clarke Quay.

Der Clarke Quay ist ein durch Mauern befestigter Uferdamm am Singapore River, mitten im Zentrum von Singapur. Clarke Quay ist in erster Linie bekannt durch seine vielen Bars, Restaurants und Clubs, welche rund um den Hafen verteilt sind. Clarke Quay wurde nach Sir Andrew Clarke, dem zweiten Gouverneur Singapurs benannt. Heute ist Clarke Quay ein aus fünf Blöcken restaurierter und mit Lagerhäusern bestehender Hafen, der eine Vielzahl Restaurants und Diskotheken beherbergt. Die verschiedenen Blöcke sind außerdem unterschiedlichen Kulturen zugeordnet, die in Cocktail- und Bierbars einen bunten Mix einheimischer Speisen anbieten.

unterwegs auf dem Singapore River, 30.01.2016

Foto: unterwegs auf dem Singapore River, 30.01.2016

Wir fahren mit dem Boot entlang auf dem Singapore River vorbei an historischen und postmodernen Gebäuden, belebten Uferzonen und quirligen Straßencafés. Überall genießen neben einer großen Anzahl an Touristen auch viele Einheimische die einzigartige und mitreißende Atmosphäre entlang des Rivers. Während dieser Flussfahrt sind natürlich auch die bekannten Sehenswürdigkeiten von Singapur zu sehen. Neben dem Marina Bay Sands Hotel sind es das Raffles Hotel, der Singapore Flyer und der bereits zu Beginn erwähnte Merlion.

Der im Jahr 2008 eröffnete Singapore Flyer ist mit einer Höhe von 165m aktuell das zweithöchste Riesenrad der Welt, bis zum Jahr 2014 führte der Singapore Flyer die internationale Rangliste an Riesenrädern sogar an. Am 1. April 2014 verlor der Singapore Flyer seinen Titel an das nur 2m höhere Riesenrad „The High Roller“ in Las Vegas. Mit dem Singapore Flyer haben wir bei unserem letzten Besuch vor einigen Jahren bereits eine Fahrt unternommen.

Der Merlion ist das eigentliche Wahrzeichen von Singapur. Die Bezeichnung Merlion setzt sich aus den Worten Mermaid (Meerjungfrau) und lion (Löwe) zusammen. Er ist eine Sagengestalt und eine Mischung aus Löwe und Fisch sowie der Schutzpatron der Stadt. Der Löwenkopf symbolisiert Stärke und Furchtlosigkeit, der Fischkörper den Ursprung und die Verbundenheit Singapurs mit dem Meer. Das Original befindet sich an der Mündung des Singapore Rivers, eine 37m hohe und begehbare Nachbildung stellt eine Attraktion auf der Freizeitinsel Sentosa dar.

Merlion Wahrzeichen von Singapur, 30.01.2016

Foto: Merlion Wahrzeichen von Singapur, 30.01.2016

Nach Beendigung der Bootsfahrt endet unser Nachmittagsausflug letztendlich wieder am Singapore Cruise Center.

Die Insel Sentosa besuchen wir nicht, denn diese ehemals als britischer Militärstützpunkt genutzte Insel stellt heute ein Naherholungsgebiet mit zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten für die Bevölkerung von Singapur dar. Zugleich ist sie eine der Hauptattraktionen und empfiehlt sich für all diejenigen welche die Stadt Singapur selbst bereits erkundet haben oder aber begeisterte Besucher von Freizeit- und Vergnügungsparks sind. Die Insel Sentosa wird oft als südlichster Punkt des asiatischen Festlands bezeichnet, was eine etwas umstrittene Bezeichnung ist, denn sowohl Singapur als auch Sentosa sind mit Brücken und Dämmen mit dem Festland verbunden und prinzipiell Inseln.

Um 21:00 Uhr heißt es „Leinen los“ in Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. Es liegt eine Distanz von 1.226 Kilometern vor uns.


Tag 7: 31. Januar 2016 ein Tag auf See

Vor uns liegt heute der insgesamt zweite Seetag an Bord der MS Hamburg, die sich auf dem Weg nach Ho-Chi-Minh-Stadt befindet. Wie schon am ersten Seetag auf dem Weg nach Singapur ist das Tagesprogramm sehr abwechslungsreich und bietet für jeden Geschmack eine passende Möglichkeit den Tag zu gestalten.

Hier ein kleiner Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm:

08:30 Uhr: Frühsport mit Olga auf dem Pooldeck
09:00 Uhr: Skat-Turnier mit Kapitän Vladimir Vorobyov in der Weinstube
10:30 Uhr: Shuffleboard mit Olga auf dem hinteren Pooldeck
12:00 Uhr: BBQ und Salatbar auf dem Pooldeck

Suresh und Team beim BBQ MS Hamburg 31.01.2016

Foto: Suresh und Team beim BBQ MS Hamburg 31.01.2016

15:30 Uhr: Yoga mit Olga in der Lounge
17:00 Uhr: Seemannsgarn über Nixen, Geisterschiffe & Riesen
17:30 Uhr: Bingo, Bingo, Bingo
19:00 Uhr: Abendessen und Buffet
21:15 Uhr: Musik aus aller Welt mit Gmixt Emotions in der Lounge
22:30 Uhr: Tanz- und Unterhaltung mit der Rondo Band auf dem Pooldeck
22:30 Uhr: Snack für den kleinen Hunger – Chicken Nuggets

Natürlich bieten sich an Bord noch deutlich mehr Möglichkeiten, seinen Tag individuell zu gestalten.

Es ist Zeit, eine deutliche Veränderung an Bord der MS Hamburg zu erwähnen: das Essen!

Grund zur Beanstandung gab es auch auf vergangenen Kreuzfahrten zu keiner Zeit, wenn aber schon am ersten Reisetag auffällt, dass es deutliche Veränderungen gibt, dann sollte man diese genauer durchleuchten. Das haben wir nun getan und inzwischen auch mit einer Vielzahl anderer Passagiere, darunter zahlreiche Stammfahrer, gesprochen. Das einstimmige Fazit ist: Es zeigen sich deutliche Qualitätsverbesserungen und insbesondere am Buffet eine reichhaltigere Auswahl. Die fällt schon morgens ins Auge, denn es gibt nun eine separate Ecke mit verschiedenen Brot- und Brötchensorten, auch dunkles Brot ist zu bekommen. Die Auswahl an Wurst- und Käsesorten wurde erweitert, ebenso das Angebot an frischen Früchten und Müsli.

Mittags zeigt sich das gleiche Bild, die Auswahl ist üppiger, die Darbietung noch ansprechender und die Qualität der einzelnen Speisen wurde angehoben.

Letzteres fällt insbesondere im Hauptrestaurant auf, denn hier greift man nun in erster Linie zu frischen Zutaten und regionalen Lebensmitteln. An der Qualität gab es grundsätzlich auch vor dieser Veränderung nichts zu Mäkeln aber das Ziel einer Verbesserung wurde unserer Meinung nach erreicht, wenn sie der Mehrzahl an Reisegästen auffällt. Die Qualitätssteigerung betrifft die Darbietung, die Auswahl und letztendlich den Geschmack. Besonders hervorzuheben ist die regionale Küche. Sowohl zum Mittag- als auch zum Abendessen sind landestypische Spezialitäten zu bekommen. Das ist wirklich klasse und macht eine Kreuzfahrt mit der MS Hamburg nun auch kulinarisch zu einem besonderen Erlebnis. Wir sind gespannt, wie sich das im weiteren Reiseverlauf entwickelt.


Tag 8: 01. Februar 2016 ein Tag auf See

Ein weiterer Seetag auf dem Weg nach Ho-Chi-Minh-Stadt steht bevor, der Wind hat deutlich aufgefrischt, auf dem Wasser sind weiße Schaumkronen zu erkennen, die Seestärke erhöht sich im Tagesverlauf auf 6. Nachfolgend wieder ein kurzer Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm:

07:30 Uhr: Tee und Kaffee für Frühaufsteher im Palmgarten
08:30 Uhr: Frühsport mit Olga auf dem Pooldeck
09:00 Uhr: Skat-Turnier – Runde 2 – mit Kapitän Vorobyov
10:00 Uhr: „Saigon – zwischen Kommunismus und Kapitalismus“ – ein Vortrag von Lektorin Yvonne in der Lounge.
10:30 Uhr: Smovey mit Olga auf dem Pooldeck

Smovey mit Olga auf der MS Hamburg, 01.02.2016

Foto: Smovey mit Olga auf der MS Hamburg

12:00 Uhr: Mittagsbuffet – Asiatische Curry-Variationen – im Palmgarten
17:00 Uhr: Vorstellung der Landausflüge von Ausflugsleiterin Olga in der Lounge
21:15 Uhr: „Geschichten zum Lachen und Weinen“ Politisches und Biografisches von und mit Norbert Blüm.

Damit schließt heute auch Teil 2 unserer Reisebericht-Serie der Südostasien-Kreuzfahrt mit der Hamburg.
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Freitag, 26. Februar 2016, 19:12

Tolle Bilder.

Lag da in Port Kelang die Mein Schiff 1 neben euch?

LG Babs
Was ich gesagt habe, weiß ich erst, wenn ich die Antwort kenne! :zwinker3:

10

Samstag, 27. Februar 2016, 08:44

Danke!
Habe den Bericht gestern abend gelesen und beim Rumzappen kam auf einmal ein Bericht über das Marina Bay Sands Hotel bzw. die Küchen im Hotel auf n-tv.
Das war natürlich totaler Zufall, aber dadurch konnte man sich die Dimension dieses riesigen Hotels vorstellen.

11

Samstag, 27. Februar 2016, 10:33

@Babs, ja, die Mein Schiff kommt je regelmäßig nach Kuala Lumpur.
Alle Bilder gibt es wie immer bei meinem Mann, sind aber nocht nicht alle online, ich setze den Link, wenn alles fertig ist. :-)

@Carolinchen - Es ist ein mega Hotel, allerdings finde ich es zu teuer und am Pool kam man sich vor wie ein Hering für DAS Geld....
Da gibt es schönere Hotels in Singapur, die ich bevorzugen würde.

12

Samstag, 27. Februar 2016, 10:54

Tag 9: 02. Februar 2016 Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon)

Um genau 08:00 Uhr fahren wir den Saigon River hinauf, es liegt ein undefinierbarer, würziger Geruch in der Luft, an den Ufern säumen sich Fischfabriken und Gebäude welche der Vogelzucht dienen. Diese grauen Blöcke sehen aus wie Bunker, aus denen ein unvorstellbar lautes Vogelgezwitscher zu uns hinüber schallt. Diese Vögel landen regelmäßig auf den Speisekarten der vietnamesischen Küche. Der Schiffsverkehr auf dem Saigon River ist recht beachtlich. Wir fahren vorbei am Containerterminal, weit außerhalb von Ho-Chi-Minh-Stadt, an dem gerade ein großes Kreuzfahrtschiff der „Generation Megaliner“ festmacht. Dieses, über 300m lange und mehr als 140.000 BRZ große Schiff kann den Saigon River nicht befahren. Die Passagiere müssen einen 2-stündigen Bustransfer in das ehemalige Saigon unternehmen.

Unsere kleine MS Hamburg dagegen schlängelt sich den recht schmalen Fluss hinauf, zeitweise erinnert uns diese Revierfahrt an die letzte Kreuzfahrt mit der MS Hamburg auf dem Amazonas. Einzig die Besiedelung unterscheidet sich gravierend, diese ist hier sehr viel stärker vorangeschritten.

Der Größenvorteil wird nochmals deutlich, als wir in einem 90-Grad-Winkel links abbiegen und unter der beeindruckenden Phu My Bridge hindurch fahren, welche im Jahr 2009 eröffnet wurde und den Saigon River überquert. Große Fracht- und Kreuzfahrtschiffe können diese Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 45m nicht passieren und müssen spätestens im Industriehafen außerhalb der Stadt festmachen. Unsere Hamburg dagegen setzt ihren Kurs in Richtung Innenstadt von Ho-Chi-Minh fort und fährt unter der 2.100m langen und 27m breiten Schrägseilbrücke hindurch. Die Höhe der Brückenpfeiler liegt bei 145m, die Länge zwischen den Pfeilern beträgt 380m.

MS Hamburg vor der Phu My Bridge bei Saigon 02.02.2016

Foto: MS Hamburg vor der Phu My Bridge bei Saigon 02.02.2016

Ho-Chi-Minh-Stadt hat eine Bevölkerungsdichte von 3.400 Einwohnern je km², insgesamt leben hier knapp 8 Millionen Menschen. Es ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum von Vietnam, stellt aber abgesehen von der Kernstadt kein klassisches, zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern ist eher mit einer kleinen, dicht besiedelten Provinz vergleichbar. Ho-Chi-Minh-Stadt liegt etwas nördlich des Mekong-Deltas auf dem Westufer des 225km langen Saigon-Flusses. Der alte Name Saigon, unter dem die Stadt bis April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam war, wird weiterhin verwendet. In Ho-Chi-Minh-Stadt sind Universitäten, Theater, Kinos, Museen, Baudenkmäler und Parks zu finden.

Der Namenswechsel von Saigon zu Ho-Chi-Minh-Stadt erfolgte im Jahre 1976, nachdem Nord- und Südvietnam wiedervereinigt wurden. Insbesondere die Stadtbewohner und die Vietnamesen verwenden auch heute noch den alten Namen Saigon. Ihren neuen, heutigen Namen erhielt Ho-Chi-Minh-Stadt von Ho-Chi-Minh, welcher im September 1945 die Demokratische Republik Vietnam proklamierte und später die Führung des Landes als Staats- und Ministerpräsident übernahm.

Ho-Chi-Minh-Stadt liegt durchschnittlich 19 Meter über dem Meeresspiegel, die Entfernung zum Südchinesischen Meer beträgt ca. 40 Kilometer, vom nördlichen bis zum südlichen Teil der Stadt sind 120 Kilometer zurückzulegen. Gegründet wurde Ho-Chi-Minh-Stadt im 17. Jahrhundert.

MS Hamburg Blick auf Ho-Chi-Minh-Stadt 02.02.2016

Foto: MS Hamburg Blick auf Ho-Chi-Minh-Stadt 02.02.2016

Um 12:00 Uhr erreichen wir unseren Liegeplatz mitten in der City von Ho-Chi-Minh-Stadt, nur wenig später haben die örtlichen Behörden das Schiff zum Landgang freigegeben. Die moderne Hochhauskulisse vor der wir nun liegen, hat uns doch recht stark beeindruckt, denn in unseren Köpfen haben wir ein anderes Bild dieser bekannten und bedeutenden Großstadt Vietnams zurechtgelegt – eines, das nun so gar nicht mit der Realität übereinstimmen will. Eine Großstadt haben wir natürlich erwartet, nicht aber ein hochmodernes Glasfassadenpanorama welches dem so mancher US-Metropole ähnelt.

Ho-Chi-Minh-Stadt macht sofort neugierig auf das, was sich hinter dieser schillernden Fassade verbirgt.

Gesagt, getan, nutzen wir die zur Verfügung stehende Zeit umgehend für unseren individuellen Landgang. Rund um das Hafengelände reihen sich Restaurants, Cafés, Bürogebäude und ein großes Sportzentrum. Der Hafen verfügt über abgegrenzte Liegeplätze in bevorzugter Lage, speziell für Kreuzfahrtschiffe. Interessant ist auch die große Aufschrift „Saigon Port“, die uns nun einmal konkret zur Nachfrage anregt ob der alte Name Saigon nun noch im üblichen Gebrauch benutzt wird oder eben doch der Name Ho-Chi-Minh-Stadt. Wie uns die örtliche Reiseagentur mitteilt, ist der Name Saigon insbesondere bei den Stadtbewohnern durchaus häufiger in Gebrauch als Ho-Chi-Minh-Stadt. Er taucht auch immer wieder in Beschilderungen und Namenszügen auf.

Saigon Port Cruise Terminal 02.02.2016

Foto: Saigon Port Cruise Terminal 02.02.2016

Schon unmittelbar nach Verlassen des Hafengeländes wird dem Besucher sehr schnell bewusst, dass er sich tatsächlich nicht in irgendeiner US-Metropole sondern im alten Saigon befindet. Eine ganz besondere, faszinierende und auch chaotische aber dennoch geordnete Atmosphäre ist in den Straßen von Saigon zu erkennen. Mehrere Millionen Motorroller düsen durch die Straßen, insbesondere die Luxuslimousinen Deutscher Hersteller unterbrechen diese Rollerlavinen immer wieder. Was für Gegensätze! Diese Gegensätze prägen eigentlich das komplette Stadtbild, denn historische Gebäude stehen in selber Reihe wie die modernen Banktower. Irgendwie ist es ein unwirkliches Bild, welches wir hier zu sehen bekommen. Der Mix aus Tradition und Moderne könnte ausgeprägter kaum sein.

Einen dieser schillernden Bankpaläste schauen wir uns nun aus der Nähe an, den Bitexco Financial Tower, der über eine Aussichtsterrasse, eine Bar und eine Diskothek verfügt.

Der Bitexco Financial Tower ist ein Wolkenkratzer im District 1 von Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. Mit einer Höhe von 265,5 m war er bei seiner Fertigstellung 2010 das höchste Gebäude in Vietnam. 2011 musste der Bitexco Financial Tower diesen Titel an den Hanoier Keangnam Hanoi Landmark Tower abgeben. Die Aussichtsetage Saigon Skydeck (49. Etage) ist täglich 9:30 bis 21:30 für einen Eintrittspreis von 200.000 VND (ca. 7,20 €) zugänglich. Der Zugang zum Cafe (50. Etage), zum Restaurant (51. Etage) und zur Bar (52. Etage) ist frei, es wird allerdings ein Verzehr erwartet. Wir trinken hier die vermutlich teuerste Cola der letzten Jahre. Zwei Gläser kosten umgerechnet knapp 40 ,- EUR! Die Plattform auf der 52. Etage dient als Hubschrauberlandeplatz. Die Aussicht aus der 50. Etage ist phantastisch und ermöglicht einen ersten Überblick über alle wichtigen Gebäude der Stadt.

Blick vom Bitexco Financial Tower 52. Etage in Ho-Chi-Minh Stadt

Foto: Blick vom Bitexco Financial Tower 52. Etage in Ho-Chi-Minh Stadt

Nach so einem Höhenflug schauen wir uns nun das im 20. Jahrhundert erbaute Saigon Opera House an, welches ein Paradebeispiel französischer Kolonialarchitektur darstellt. Leider ist das Opernhaus verschlossen, so dass wir keinen Blick hinein werfen können.

Saigon Opera House 02.02.2016

Foto: Saigon Opera House 02.02.2016

Unweit vom Opera House befindet sich das Sheraton Hotel, von dessen Restaurant auf der Dachterrasse sich ein wunderbarer Blick über die Innenstadt von Ho-Chi-Minh-Stadt bietet. Im Gegensatz zum Café auf dem Bitexco Tower sogar völlig frei und ohne Glasscheiben vor der Nase.

Blick vom Sheraton Hotel über Ho-Chi-Minh City

Foto: Blick vom Sheraton Hotel über Ho-Chi-Minh City

Bei der Ho-Chi-Minh City Hall handelt es sich um das Rathaus der Stadt, welches über eine prunkvolle Fassade verfügt. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Notre Dame Cathedral.

Die beiden 40m hohen, zwischen 1877 und 1880 im neuromanischen Stil erbauten Zwillingstürme fallen sofort ins Auge. NotreDame Cathedral besitzt eine schöne, rote Backsteinfassade und steht mitten im Botschaftsviertel. In Blickweite befindet sich das eindrucksvolle Gebäude der Hauptpost, deren Metallrahmen von Gustave Eiffel stammt.

Notre Dame Cathedral Saigon 02.02.2016

Foto: Notre Dame Cathedral Saigon 02.02.2016

Der Wiedervereinigungspalast hat leider schon geschlossen, so bleibt uns hier nur noch ein letzter Blick von Außen, bevor wir uns auf den Rückweg in Richtung Hafen machen. Der Wiedervereinigungspalast war bis 1975 Palast der Präsidenten.1868 entstand auf dem weitläufigen Parkgelände der Sitz des französischen Generalgouverneurs, nach einem Bombenanschlag 1962 wurde er durch den heutigen Bau, ein nicht wirklich ansehnliches Betongebäude im Stil der 1960er Jahre, ersetzt.

Ho-Chi-Minh Post Office 02.02.2016

Foto: Ho-Chi-Minh Post Office 02.02.2016

Auf dem Weg zum Hafen kommen wir an der großen Markthalle vorbei, welche wir uns natürlich auch noch im Rahmen eines Kurzbesuches anschauen. Beeindruckender als die Markthalle selbst, ist das Leben vor- und um die Halle herum. Lohnenswert ist es, die Nebenstraßen zu durchkreuzen und um den großen, der Markthalle vorgebauten Platz herum zu laufen. Angelegt ist er wie so mancher prunkvoller Platz in einer europäischen Großstadt.

an der Markthalle von Saigon 02.02.2016

Foto: an der Markthalle von Saigon 02.02.2016

Der Verkehr wird gegen den Uhrzeigersinn herumgeführt und lässt nicht die kleinste Lücke erkennen. Als Fußgänger hat man nur die Möglichkeit, einfach durch dieses Verkehrschaos hindurch zu laufen oder auf Ewig am Straßenrand stehen zu bleiben. Wer die Straßen in Ho-Chi-Minh-Stadt überqueren möchte der darf nicht warten, bis die Autos oder Rollerfahrer anhalten. Das wird nicht passieren. Selbst an einem Zebrastreifen lautet die Devise „Augen zu und durch“. Zu unserem Erstaunen funktioniert das einwandfrei und Unfälle sehen wir auch keine.

Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam bei Nacht 02.02.2016

Foto: Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam bei Nacht 02.02.2016

Ho-Chi-Minh-Stadt bzw. Saigon versprüht ein ganz eigenen Charakter, Lebensfreude, etwas Chaos und dennoch einen geordneten Rhythmus. Die Stadtbewohner sind als überaus gastfreundlich und herzlich zu beschreiben. Auch wenn Saigon grundsätzlich eine auf den ersten Blick chaotische und laute Stadt ist, so haben wir uns von ihren Reizen überzeugen lassen. Hier muss man einfach länger bleiben, um insbesondere die Nebenstraßen genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier liegen vermutlich gerade aus fotografischer Sicht noch große Schätze versteckt. Saigon ist postmodern, Saigon ist klassisch, Saigon ist authentisch und macht Lust auf mehr. Wenn der Besucher sich dieser Stadt und seinen Bewohnern öffnet, dann wird er begeistert sein von den Eindrücken und dem einzigartigen Lebensstil.

Hinterhof in Ho-Chi-Minh-Stadt 02.02.2016

Foto: Hinterhof in Ho-Chi-Minh-Stadt 02.02.2016

Als Highlight des heutigen Abendprogramms wird eine örtliche Folkloregruppe an Bord der MS Hamburg auftreten.

Tag 10: 03. Februar 2016 Ho-Chi-Minh-City – die Fotopleite am Mekong Delta

Der heutige Morgen begrüßt uns mit einem phantastischen Sonnenaufgang und Temperaturen um die 30 Grad. Die perfekten Voraussetzungen für einen unvergesslichen Ausflug ins Mekong Delta. Wir haben zuvor mit dem örtlichen Reiseleiter der Ausflugsagentur vor Ort gesprochen und nachgefragt, was genau auf dieser Tour zu sehen ist – mit dem Hintergedanken, einen Koffer voller Fotos mit zu bringen. Soweit läuft alles nach Plan. Um 07:30 Uhr bahnen sich die Ausflugsbusse der MS Hamburg den Weg durch die verstopften Straßen von Ho-Chi-Minh-City bis zu einer Autobahn, welche uns unmittelbar in die Provinz Tien Giang bzw. in dessen Hauptstadt My Tho führt.

In My Tho angekommen, wechseln wir am Flussufer des Mekong in ein relativ kleines Holzboot. Der Uferbewuchs am Mekong Delta ist niedrig aber sehr üppig. Es lassen sich viele Mangrovengebiete erkennen. Auf den ersten Blick haben wir wieder den Eindruck, uns am Amazonas Delta zu befinden.

Durch den fruchtbaren Schwemmlandboden ist am Mekong Delta eine intensive Landwirtschaft möglich, welche jährlich eine Produktion von 16 Mio. Tonnen Reis in drei Ernten sicherstellt. Das Mekong Delta wird daher auch „die südliche Reiskammer Vietnams“ genannt. Außerdem werden Nahrungsmittel wie Fisch, tropische Früchte, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse produziert.

Voller Erwartungen haben wir einen hervorragenden Platz auf dem Holzboot eingenommen und glauben nun, zu den schwimmenden Märkten zu fahren auf denen wir die Einheimischen beim Warenumschlag bzw. beim Einkauf beobachten können. Uns wurde zuvor von diversen Fotografen und ortskundigen Freunden gesagt, dass dies ein absolutes Highlight der gesamten Kreuzfahrt darstellt.

Die Bootsfahrt endet jedoch schon nach fünf Minuten auf der anderen Seite des Flussarms. Es geht zu Fuß weiter zu einer Teeverköstigung, welcher sich eine Obstverköstigung anschließt. Selbiges Obst haben wir auch an Bord der MS Hamburg, was unsere Begeisterung, landestypisches Obst im Rahmen dieses Ausflugs zu probieren, weiter schmälert. Nachdem wir nun Tee getrunken und Obst gegessen haben, führt eine örtliche Folkloregruppe vietnamesische Tänze und Gesänge auf. Mit authentischen Eindrücken aus Vietnam hat das alles bisher gar nichts zu tun.

Wir und ein Großteil der anderen Ausflugteilnehmer gehen immer noch davon aus, nun endlich zu den schwimmenden Märkten zu fahren. Weit gefehlt, denn es folgt wieder ein Fußmarsch durch Verkaufsstände und Touristenläden. Dieser endet an einem kleinen Seitenkanal, wir steigen wieder in Boote. Diesmal sind es kleine Ruderboote, welche maximal 4-5 Personen hintereinander Platz bieten. Grundsätzlich eine nette Abwechslung.

Mekong Delta Vietnam 03.02.2016

Foto: Mekong Delta Vietnam 03.02.2016

Nun fahren wir also endlich zu den faszinierenden, schwimmenden Märkten, glauben wir. Nach nur 10 Minuten Schleichfahrt durch ein kleines Mangrovengebiet endet die Bootsfahrt dann aber erneut. Wieder laufen wir zu Fuß durch üppige Vegetation auf unterschiedlichen Wegen. Oh Wunder, nun sind wir wieder angekommen an unserem großen Holzboot und es folgt eine weitere Verköstigung irgendwelcher Produkte, die uns offen gesagt nun überhaupt nicht interessieren. Die Stimmung unter den Reisegästen ist angespannt, denn immer noch wartet ein Großteil der Ausflugteilnehmer nun darauf, endlich einen Blick in „das reale und authentische Vietnam“ werfen zu dürfen. Nach der Verkaufspräsentation bittet der Reiseführer alle Teilnehmer zurück in das große Holzboot. Die Zeit wird langsam knapp, uns wird langsam bewusst, dass wir die schwimmenden Märkte nicht mehr sehen werden. Der Reiseleiter reagiert auf gezielte Nachfrage hin sehr ruppig und fühlt sich offenbar in seiner Ehre gekränkt, dass wir überhaupt wagen Kritik zu äußern. Er kann nicht nachvollziehen, dass uns 4 Stunden Busfahrt für eine Tee- und Obstverköstigung überhaupt nicht begeistern.

Das Boot hat derweil den Fluss überquert und wieder festgemacht. Wir sind zurück bei den Reisebussen. Damit ist das heutige Programm beendet. Der krönende Abschluss ist die 2-stündige Busrückfahrt nach Saigon. Vorbei an den schönsten Fotomotiven, zauberhaften Kanälen, landwirtschaftlichen Betrieben, Reisfeldern und nicht zuletzt an unzähligen Booten von denen aus Blumen und Waren für das bevorstehende, Chinesische Neujahrsfest verkauft werden. Das alles wäre eine Erkundung heute Vormittag wert gewesen.

Das Mekong Delta ist durch Sedimentation an Stelle einer Meeresbucht entstanden und wächst auch heute immer noch jährlich um etwa 80 Meter. Es umschließt derzeit eine Fläche von ungefähr 39.000 km².

Nachdem wir fast wieder am Hafen von Saigon angekommen sind, passieren wir noch den Fluß Kenh Doi, einen Nebenfluss vom Saigon River. Hier reihen sich, einmal im Jahr, unzählige der kleinen Boote welche am Delta auf den schwimmenden Märkten zu finden sind. Aufgrund des bevorstehenden Neujahrsfestes verkaufen die Einheimischen hier üppige Blumengestecke und handgefertigte Dekoration. Die Stimmung und die Atmosphäre inmitten dieser Boote muss einmalig sein. Leider fahren wir nur vorbei, denn es bleibt keine Zeit vor dem Auslaufen der MS Hamburg hier noch einen Stopp einzulegen.

Am Ende verzögert sich die Abfahrt dann noch um eine Stunde, da zwei der Reisebusse aus dem Mekong Delta deutlich verspätet zurückkehren.

Obwohl das Plantours-Team aus unserer Sicht nicht die Schlüsselrolle bei dieser verplanten Ausflugsfahrt hat, ist den Teilnehmern ein anteiliger Betrag der Ausflugkosten auf das Bordkonto gutgeschrieben worden.

Wir verbuchen den heutigen Tag als „Erfahrung für das Leben“, ändern können wir zu diesem Zeitpunkt nichts mehr. Gesehen haben wir nichts, abgesehen von Verkaufsständen und Touristenkrimskrams.

Um 15:00 Uhr heißt es schließlich „Leinen los“ in Richtung Da Nang. Es liegt eine Distanz von 530sm bzw. 982 Kilometer vor uns. Für die kommende Nacht wird stürmisches Wetter mit bewegter See angekündigt, entsprechend werden auf der Hamburg alle Sonnenliegen festgebunden, die Stühle gestapelt und der Pool geleert.

Auf dem Pooldeck kommen wir am frühen Abend in den Genuss eines leckeren Obstbuffets. Die Früchte hat unser Hotel Manager Osman Ozpolat heute frisch auf dem Markt in Saigon gekauft. Die Auswahl am Obstbuffet an Bord der MS Hamburg ist üppiger als auf unserem heutigen Ausflug zum Mekong Delta.

Koch Naik serviert Früchte aus Vietnam MS Hamburg 03.02.2016

Foto: Koch Naik serviert Früchte aus Vietnam MS Hamburg 03.02.2016

Wir fahren mit unserer Hamburg selbigen Weg, den wir entlang des Saigon River auch gekommen sind, nun wieder zurück in Richtung offene See.

Nochmals Lob für das Essen an Bord der Hamburg

Abends wird im Restaurant der Zauber Südostasiens in Form eines Themenabends dargeboten. Wie ein roter Faden ziehen sich die Zutaten der asiatischen Küche durch alle Gänge der Menükarte. Absolut phantastisch! Die Zutaten sind ausnahmslos frisch, die Darbietung hervorragend und der Geschmack vorzüglich!

Waren die Speisen an Bord der MS Hamburg bisher dem Produkt und der Kategorie angemessen, sind sie nun deutlich besser als zu erwarten wäre. Qualität, Vielfalt und Auswahl entsprechen aus unserer Sicht nun einem 4-Sterne Produkt.

Tag 11: 04. Februar 2016 – ein Tag auf See

Die letzte Nacht war bewegt und stürmisch, der Wind fegte mit einer Stärke von bis zu 8bft. über die Decks der Hamburg, die Wellen sorgten mit einer Höhe von bis zu 5m für ordentlich Bewegung.

Der Seegang soll den gesamten Tag über heute anhalten, was die Bordaktivitäten erheblich einschränkt. Der Frühsport, die Joggingrunden und das Shuffleboard fallen aus. Kapitän Vorobyov lässt sich sein Skat-Turnier trotz Seegang natürlich nicht nehmen.

Die Stimmung an Bord ist bestens, die Sonne scheint auch, was will man mehr.

Ansonsten verläuft der Tag im Vergleich zu anderen Seetagen heute deutlich ruhiger. Zum Fotografieren ist es ebenfalls kein perfekter Tag, denn die Luft ist von der auffliegenden Gischt getränkt, alle Decks inzwischen von einer Salzschicht überzogen.

MS Hamburg Sturmfahrt 04.02.2016 Vietnam_1

Foto: MS Hamburg Sturmfahrt 04.02.2016 Vietnam

Am Abend lassen wir uns von der erfrischenden und spaßigen Crewshow in der Lounge begeistern. Es ist immer wieder eine große Freude zu sehen, welche verborgenen Gesangs- und Schauspieltalente sich unter den Crewmitgliedern befinden.

Crewshow MS Hamburg 04.02.2016

Foto: Crewshow MS Hamburg 04.02.2016
Interessant zu wissen

Wie weit kann man auf See eigentlich sehen? Die genaue Sichtweite auf See hängt vom genauen Standpunkt ab. Aus einer Höhe von 1,5m über dem Meeresspiegel ist der Horizont 2,5 Seemeilen (4,63 Kilometer) entfernt. Aus einer Höhe von 6m beträgt die Sicht schon 5 Seemeilen (9,26km), aus einer Höhe von 10m kann man 7 Seemeilen (12,96km) und aus einer Höhe von 50m beeindruckende 14,6 Seemeilen (27km) weit blicken.

Tag 12: 05. Februar 2016 Da Nang, Vietnam

Der Morgen begrüßt uns heute mit einem grauen Himmel und sehr viel Regen. Auch der Gang an Deck soll heute keine Freude werden, denn es gab einen deutlichen Temperatursturz auf nicht einmal mehr 20 Grad. Die See ist weiterhin unruhig, der Wind weht mit Stärke 7 immer noch aus Nord. Unsere MS Hamburg hält Kurs auf den Hafen von Da Nang an der Ostküste von Vietnam.

Da Nang soll, wenngleich die Stadt auch ein interessantes Ziel darstellt, heute nicht auf unserem Tagesplan stehen. Wir haben einen Ausflug nach Hoi An geplant. Hoi An ist eine Küstenstadt in Zentralvietnam am Südchinesischen Meer in der Provinz Quang Nam an der Mündung des Song Thu Bon. In Hoi An leben etwa 75.000 Einwohner, die Entfernung nach Da Nang beträgt nur ca. 30 Kilometer.

Hoi An war früher der größte Hafen in Südostasien, er lag an der Seidenstraße. In der Vergangenheit hatte die Stadt viele Namen, Hoi An erschien erstmals 1630 auf einer offiziellen Karte. Gegründet wurde Hoi An im 4. Jahrhundert von den Cham, mit deren Rückzug sie später an Bedeutung verlor. Da der Hafen zunehmend versandete, mussten Handelsschiffe immer öfter in den Hafen von Da Nang ausweichen, welcher in Folge an Bedeutung gewann. Hoi An verlor im 18. Jahrhundert schließlich mehr und mehr an Attraktivität als Hafen für Handelsschiffe.

Angekommen in Hoi An, unternehmen wir zunächst einen Stadtrundgang, der uns in eine Werkstatt für Seidenstickereien führt. Dort schauen wir für einige Minuten den Damen beim Sticken zu, bevor wir direkt die Altstadt besuchen. Die Straßen in Hoi An sind relativ klein, wunderschön angelegt und relativ stark vom Tourismus geprägt.

Hoi An Vietnam 05.02.2016

Foto: Hoi An Vietnam 05.02.2016

Zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten in Hoi An gehört zweifelsfrei die Japanische Brücke, die Chùa Cầu. Der Bau der Brücke vereinigte zwei historische Stadtviertel, das chinesische einerseits und das japanische andererseits. Die Grenze zwischen den Gebieten stellt die 18m lange, überdachte Japanische Brücke dar, die über den Nebenfluss des Thu Bon führt. Die Bauzeit der ersten Variante der später mehrfach zerstörten Brücke erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren von 1593 (das Jahr des Affen) bis 1595 (Jahr des Hundes), zurückzuführen ist ihr Bau auf Kaufleute einer wohlhabenden, japanischen Handelsgilde in der Stadt. Trotz mehrfacher Zerstörungen überstand die Brücke die Zeiten weitgehend unverändert und gilt heute als Wahrzeichen der Stadt Hoi An.

Japanische Brücke in Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Foto: Japanische Brücke in Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Ein kleiner Tempel in einem Raum in der Mitte der Japanischen Brücke ist einem Flussgeist gewidmet. Die Japanische Brücke Chau Cau ist mit Abstand eine der berühmtesten, wenn nicht sogar die berühmteste Brücke in Vietnam. Einer Legende nach war die Japanische Brücke für die Menschen eine mächtige Waffe gegen ein Monster namens Mamazu. Der Kopf der Brücke zeigt Richtung Indien, der Schwanz nach Japan und der Rücken schützt Vietnam vor Erdbeben und anderen Katastrophen. Je ein Paar dieser Tiere ist aus diesem Grunde als Hüterstatuen an jedem Ende der Brücke über den Thu Bon River zu sehen.

Die wunderschöne Altstadt von Hoi An wurde zwischen 1580 und 1720 n. Chr. erbaut und zeigt sich in vielen Bereichen fast im Original-Zustand. Die Gebäude, die man heute an der Hauptstraße Duong Tran Phu sieht, stammen allerdings hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert.

Mutter mit Kind in Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Foto: Mutter mit Kind in Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Eine weitere, besondere Sehenswürdigkeit von Hoi An ist die Versammlungshalle der Chinesen aus Fuijan. Sie ist zugleich ein Tempel, welcher der Himmelsgöttin Thien Hau geweiht ist, der Schutzpatronin von Seefahrern und Fischern.

Die Fuijan Versammlungshalle wurde im späten 17. Jahrhundert erbaut. Sie zeigt alle wesentlichen Merkmale einer typischen, chinesischen Versammlungshalle. Der Besucher schreitet zunächst durch ein kunstvoll geschnitztes Tor und steht dann in einem farbenprächtigen Innenhof. Läuft man über diesen hinweg, so gelangt man zur Haupthalle, in deren Mittelpunkt ein Schrein mit geschnitztem Drachenkörper befindet. Hinter dem Altar entdecken wir Abbildungen von 3 Feen und 12 Hebammen.

Fuijan Versammlungshalle Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Foto: Fuijan Versammlungshalle Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Nach einer kurzen Bootsfahrt statten wir dem Thanh Ha Terracotta Park bei Hoi An sowie einer Töpferei einen kurzen Besuch ab. Der Terracotta Park wurde innerhalb von 4 Jahren Bauzeit auf einer Fläche von 6.000m² fertig gestellt und gilt als größter Park seiner Art in Vietnam.

Straßenszene in Altstadt von Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Foto: Straßenszene in Altstadt von Hoi An, Vietnam, 05.02.2016

Auch wenn wir gerne noch länger in Hoi An geblieben wären und uns die Stadt wirklich fasziniert, so müssen wir langsam aber sicher wieder zur MS Hamburg zurück, die um 20:00 Uhr heute den Hafen verlassen wird. Hoi An hat uns mit seinen malerischen Gassen, dem typischen Stadtbild, den bemoosten Dächern und alten Pagoden jedenfalls überzeugt.

Die letzten Stationen des heutigen Ausflugs sind ein Händler für riesige Marmorskulpturen und der Strand von Da Nang, der trotz einsetzender Dunkelheit sehr schön anzusehen ist.

Strand von Da Nang in Vietnam 05.02.2016

Foto: Strand von Da Nang in Vietnam 05.02.2016

Um 20:00 Uhr verlassen wir mit der MS Hamburg den Hafen von Da Nang und nehmen Kurs auf die Halong Bucht, die im Norden von Vietnam liegt. Bis dahin legen wir eine Strecke von 304sm bzw. 563 Kilometern zurück.

Dass diese Etappe zu einer echten, spannenden Sturmfahrt werden wird, haben wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst.

Damit schließt nun Teil 3 unserer Reisebericht-Serie der Südostasien-Kreuzfahrt mit der Hamburg.
*kreuzfahrtsmile*

Verwendete Tags

Asien, Kreuzfahrt, MS Hamburg

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